Donnerstag, 10. August 2017

Kleines Stadt-Gartenglück

Ein ganzes Auto voller Pflanzen schenkte uns die ehemalige Kindergärtnerin unserer Jüngsten im Juni. Wir fuhren wie der Botanische Überlandexpress an einem heißen Nachmittag mit Schüssel, Kübeln und anderen Gefäßen voller Ableger und ein wenig Wasser zurück in die Stadt mit der bangen Frage, ob die Pflanzen wohl anwachsen würden,..








Alle Stauden sind angewachsen. Es kamen noch ein paar Küchenkräuter dazu, Die lachsfarbene Rose war schon früher da und hat sogar das Niedertrampeln durch die professionellen Gartengestalter überlebt, die den scheußlichen Zaun  und die sich jetzt schon langsam durch den Regen wellenartig biegene Holzterasse gebaut haben. Aber wer als Mieter in Freiburg einen Garten nutzen kann, stört sich nicht an solchen Lappalien, wenn auch die Raumtemperatur im oberen und mittleren Stockwerk seit der Abholzung der großen Kiefer im Garten und durch die Aufheizung der vielen Steine jetzt im Sommer deutlich angestiegen ist.






Nun kann man jedenfalls faul auf der Wiese liegen, den Straßenlärm ignorieren und die Ferien genießen. Das tun wir gerade ausgiebig und zum Glück lernt man  die Steine ausblenden, auch wenn ich sie am liebsten genau so begrünen würde wie die Granitklopper im Hangbeet.




















So, diesmal auch ein Link zur Linkparty auf dem schönen Gartenblog von Ein Fachwerkhaus im Grünen. Da grünt und blüht es so schön, wie ich es gern mag.

Liebe Grüße
Nula

Montag, 7. August 2017

Wenn das Sonnenlicht...

...schlafen geht, küsst es noch einmal die Baumkronen, um sie in einem goldenen Licht erstrahlen zu lassen.
 






Dann malt sie als gute Nachtgruß den Himmel  in den schönsten Aquarelltönen an.

Erst noch zaghaft,



dann schon etwas wilder.








Bis das Rot kräftiger wird













und die Wolken dramatischer






und alles in einem warmen, roten Abendleuchten erstrahlt.












(Sonnenuntergang am Augusthimmel in Freiburg)


Liebe Grüße
Nula

Dienstag, 1. August 2017

Ferien und dann dem Himmel so nah

Nachdem alle, wirklich alle Zeugnisse geschrieben waren und noch ein wenig mehr, sind nun tatsächlich Ferien. Juchu! Am vergangenen Sonntag ein interessanter Vortrag zum Thema Mathematik in Buchenbach-Wiesneck. Buchbach, dann ist man fast im Himmelreich. Da lohnt sich ein Ausflug ins Hofgut Himmelreich, um die Ferien einzuläuten. Auch wenn hier noch ein wenig Arbeit auf uns wartet bevor wir mal ganz loslassen können.



Himmelreich liegt für Wanderer, Fahrrad-, Zug- und Autofahrer verkehrsgünstig am Ausgang des Höllentals. Halbstündlich kommt man mit der Bahn von Freiburg oder Titisee direkt am Bahnhof Himmelreich an. Bereits 1500 wurde eine Jakobskapelle und ein Gasthaus an dieser Stelle urkundlich erwähnt. Heute ist hier ein Restaurant mit einer beeindruckend frischen und leckeren Küche, ein Hotel, die Berufsakademie - eine besondere Möglichkeiten für junge Menschen mit Behinderung sich auf einen Beruf im Hotel- und Gastronomiebereich für den ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren und ein Reisebüro.


Das Höllental hat schon einiges an Geschichte erlebt. In Himmelreich weitet es sich. Zuvor aber ist es tief in den Fels eingeschnitten. Ich freu mich immer, wenn wir am Hirschsprung vorbeikommen. Hier ist die Schlucht sehr eng und die Sage erzählt, dass ein Ritter der Burg Falkenstein sich einst auf die Jagd im Höllental begeben hatte. Er sichtete einen prächtigen Hirsch und nahm die Jagd auf. Das Tier aber sprang, getrieben von Todesangst, in einem gewaltigen Satz über die Schlucht und entkam so dem Verfolger.
Am 4. Mai 1770 passierte der Brautzug von Marie Antoinette mit 235 Personen, 57 Wagen und 250 Zug- und Reitpferden auf dem Weg zu Ludwig den XVI. das Hölltental.
Aus dem Höllental weht den Freiburgern ein frischer Wind entgegen und vesorgt die Stadt mit Frischluft, der Höllentäler.

Ein frischer Wind weht auch im Hofgut Himmelreich. Hier ist die Idee der Teilhabe von Menschen mit Handcap am gesellschaftlichen Leben gelebte Realität und Normalität. Ich ahne, wie viele Hürden zu überwinden waren, Bereits seit 2004, vier Jahre bevor die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft trat, arbeiteten hier behinderte und nicht behinderte Menschen miteinander und beweisen, dass die Meinung 'geistig behinderte Menschen sind für den ersten Arbeitsmarkt nicht geeignet' nicht haltbar ist. Das Hofgut Himmel arbeitet mit seinen 13 besonderen und weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wirtschaftlich und sehr an den Wünschen und Bedürfnissen der Gäste orientiert.

...und genau wegen dieser besonderen Atmosphäre, in der der Gast als König im Himmelreich bedient wird und wegen der leckeren Küche, kommen wir immer wieder gern hier her.



Einmal hatte unsere Jüngste eine echte pubertierende Stinklaune als wir ins Himmelreich einkehrten. Ich werde nie vergessen mit welchem Humor und welcher Ausdauer  der Kellnner mit Down-Syndrom irgendwann geschafft hatte, ein Lächeln in ihr Gesicht zu locken.

Auch dieses Mal haben wir wieder geschlemmt. Mein gebratetes Forellefilet auf Linsen und das Limetten-Pannecotta mit Minzpesto waren ebenso lecker wie das Perlhuhn und der Walnussbecher mit heißen Waldbeeren meines Mannes.

Wer noch ein bisschen mehr wissen möchte. Hier gibt es einen Zeitungsartikel zum Hofgut Himmelreich. Dieses Mal hat uns u.a. die nette Kellnerin Heike bedient.

Ich freue mich jedenfalls schon auf ein nächstes Mal.


Liebe Grüße
Nula

...und vielen Dank für eure lieben, aumunternden Kommentare in der Zeugnisendphase,