Freitag, 23. Juni 2017

Geschenkt

Wie nett, wenn es klingelt und mit strahlenden Augen der kleine Sohn einer Freundin mit einem selbstgepflückten Gartensträußlein vor der Tür steht. Das Rosensträußlein mit Himbeere kam natürlich sofort in die Vase und dann auf's Sideboard in der Küche. Woraufhin die kleine Erdbeere ein Pläuschchen mit dem Lavendel begann.



Der Lavendel ist vom Markt und duftet so stark, dass Herr Hund zum Glück neben ihm keine Chance hat, entdeckt zu werden. Das ist auch gut so. Herr Hund ist ein Angstausdünster. Puh, ich kann euch sagen... Aber dennoch, er ist ja auch ein wichtiger Seelentröster und Streicheleinheiten-Empfänger und Schleckeinheiten-Verteiler. Da muss er das Leben mit uns wohl manchmal mit einer speziellen Duftwolke kompensieren.


Sehr filigran hebt sich das mir unbekannte Kraut im Strauß vor unserer Küchenwaage ab. Einst besaßen wir auch eine elektronische Waage. Als diese den Geist aufgab, fiel meinem Mann die alte Pilz-Waage seiner Oma wieder ein, die lange ein wenig beachtetes Dasein fristete. Eigentlich hatten wir sie auf dem Dachboden stehen, um sie immer mal in einer Rechenepoche mit in die Schule zu nehmen.



Mit so einer Tellerwaage kann man ganz gut das "Istgleich-Prinzip" in der Mathematik erfahren. Für Gleichungen und das Umstellen von Gleichungen also ein anschauliches Mittel.

Zu DDR-Zeiten wurde die Waage im Herbst immer von der Oma intensiv genutzt, denn die Oma war eine passionierte Pilzesammlerin. Da konnte es ihr beim  Waldgang so gar passieren, dass sie vor lauter Pilzglück ihre Krücken im Wald vergaß, obwohl sie nach einem Oberschenkelhalsbruch kaum noch einen Schritt ohne Krücke wagte. Die Pilze wurden dann gewogen und verwandelten sich nach einer Fahrtzu einem Obst- und Gemüsehändler in West-Berlin in D-Mark. Damit sie immer den rechten Preis bekam, wurden die Pilze vorher von ihr gewogen.

Ich mag ja Vintage-Sachen, vor allem die Dinge, deren Geschichte mir ein wenig vertraut ist. Aber ich kann keine ungenutzten Staubfänger brauchen. Mir fehlt einfach die Zeit, fröhlich und beschwingt Staub zu wedeln, von Dingen, die ich nicht wirklich gebrauche. - Die Küchenwaage wird hier nun wieder ernsthaft zum Abwiegen beim Backen und Kochen genutzt. Sie funktionert wunderbar. Ein paar kleinere Gewichte sollten wir noch mal nachkaufen.demnächst.



Jetzt freuen wir uns hier aber erst mal an dem schönen Sträußlein, das ich gern auch auf  auf Helgas Blog Holunderblütchen verlinke. Hier versammeln sich am Friday-Flower-Day immer wieder ganz wundervolle Blumenarangements, die mich schon sehr erfreut haben.

Liebe Grüße
Nula







Kommentare:

  1. So schön freundlich uns sommerlich sieht das aus!
    Die Waage finde ich toll, gerade wegen der Erinnerungen. Ich erinnere mich noch gut an mein Lieblingsfreibad, da stand so eine große Personenwaage mit Gewichten, das war immer ein Spaß, sich da rauf zu stellen und an den Gewichten zu fummeln.
    Liebe Grüße

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  2. Liebe Nula,
    die Sträuße sind sehr schön und machen sich auf dem Sideboard hervorragend. (Jetzt habe ich doch glatt die Übersetzung von Sideboard gegoogelt, das Wort Anrichte war mit entfallen.)
    Die Idee mit der alten Waage finde ich klasse, so etwas Mechanisches ist doch viel schöner als dieser Elektronikkram und braucht auch keine Batterie.
    Ich wünsche Dir einen schönen Freitag.
    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

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  3. Schön, dieses "ausgewogene" Stillleben mit Früchten und Beeren!
    Lieben Gruss ins Wochenende,
    Brigitte

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  4. diese pläuschchen der zweiglein und gräser mag ich sehr. was sie sich wohl erzählen mögen? auf jeden fall sehen sie sehr anmutig dabei aus!
    herzlicher gruß
    Sylvia

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  5. Wunderschöne Gartenimpressionen ins Heim geholt. Wunderbar und zum Nachmachen animierend.

    egbert

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