Mittwoch, 14. Juni 2017

Ferienfrühstück frisch vom Markt

Wir sind vor 2 1/2  Jahren vom Land in die Stadt gezogen als wir uns beruflich verändert haben, um unseren täglichen Anfahrtsweg zu verkürzen. Wir sind aber auch vom Land in die Stadt gezogen, weil den Kindern mit ihren gewandelten Interessen Bullerbü zu klein, der tägliche Schulweg zu lang und die verbleibende Freizeit durch den Nachmittagsunterricht zu kurz wurden. Wir sind auch vom Land in die Stadt gezogen, weil das gemietete Land-Häuschen im Winter immer unbewohnbarer wurde und die dort anfallende Arbeit mit dem beruflichen und familiären Pensum, das wir zur Zeit haben, nicht mehr vereinbar war. Wir sind auch vom Land in die Stadt gezogen, weil wir wollten, dass die Kinder ihre Wege selbständig erledigen können und wir nicht immer wieder "Taxifahrer" sein müssen... Aber jetzt ist Sommer. Da vergesse ich vor allem den Winter und manch anderes leicht und in der Erinnerung tritt all das Schöne aus der Zeit im kleinen Bauernhäuschen in den Vordergrund.

Vergangen  sind die Zeiten, in der die Kinder herumstromerten und in den Hecken und Büschen saßens und wie Old Shatterhand auf die befreundeten Apachen warteten...


Vergangen ist die Zeit des großen Sommerzimmers - unseres wilden Gartens. Vorbei sind die morgendlichen Hüpfer auf dem großen Trampolin. Vorbei ist das schnelle Bad im nahen Flüsschen. Vorbei ist die Zeit, in der wir Hasen, Ziegen, Schafe und Katzen versorgten. Vorbei ist leider auch die Zeit des Naschgartens, in dem die Kinder sich an Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren labten. Vorbei ist die Ernte am großen Kirschbaum. Vorbei ist die Möglichkeit, von den vielen Apfelbäumen so viel Äpfel zu ernten, dass es den eigenen Apfelsaft in der Kelterei auf Flaschen gezogen gab. Vorbei ist die Zeit der leckeren selbstgekochten Marmeladen. (Die Himbeermarmelade meines Mannes war unerreichbar lecker.) Vorbei ist somit leider auch die Zeit, in der manche frische Köstlichkeit direkt vom Garten auf den Tisch sprang.

Welch Glück aber, dass wir fast mitten in der Stadt eine neue Heimat gefunden haben, ein Häuschen mit kleinem Garten (und inzwischen scheußlichem Zaun) an einer doch recht stark befahrenen Straße, vor allem seit in einer Parallelstraße ein kleines Stückchen verkehrsberuhigt wurde. Auch wenn die Nahverkehrsplanung nicht immer bis zu Ende gedacht scheint und manch gute Verbindung wieder abgeschafft wurde, kommen wir mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad doch zu allen derzeitig für uns wichtigen Lebenspunkten. Unser Stadtteil hat aber weitere Annehmlichkeiten. Sind auch die klassischchen Einkausmöglichkeiten wie vielerorts verschwunden, gibt es dennoch fußläufig gleich drei Bäckereien bzw. Läden von Bäckerketten, eine Apotheke, zwei Schreibwarenläden, eine Eisdiele, einen Postshop und für alle, die es brauchen, vier Fastfoodschnellrestaurants (Entfernung - genau eine Pizza-Esslänge).

Aber das Tollste ist der Wochenmarkt, der immer mitwochs und samstags stattfindet. Es gibt einen Bioland-Bäcker, mehrere Obst- und Gemüsehändler, z.T. in Bio-Qualität, einen Blumenstand, einen Stand mit dem leckersten Käse und französischem Baguette sowie einen Fleisch- und Wurstwagen. An einem Mittwochvormittag dort einzukaufen ist für uns natürlich nur in den Ferien möglich. Aber für ein leckeres Ferienfrühstück ist dann schnell alles beisammen.


Die Brombeeren schmeckten jedenfalls fast wie aus dem eigenen Garten und der Ziegen- und Schafskäse nahm rasant schnell ab.


Liebe Grüße
Nula

Kommentare:

  1. Es hat ja alles seine Vor- und Nachteile. Wir wohnen - aus den von dir genannten Gründen - auch gerne in der Stadt. Haben es aber hier so gut getroffen, dass wir uns manchmal auch wie auf dem Land fühlen :-)
    Und unseren Wochenmarkt liebe ich auch, der wird bei mir am Freitag im Post vorkommen.
    Euer Tisch sieht sehr einladend aus!
    Liebe Grüße

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  2. Liebe Nula,
    alles kann man nie haben. Du hast alles gut gegenüber gestellt.
    Um einne Wochenmarkt besuche zu können, muss ich schon mehr als 15 km fahren. Aber ansonsten bekomme ich in unserm Dorf doch sehr viel. Vermisst habe ich die Stadt bislang noch nicht. Allerdings muss man motorisiert sein.
    Einen angenehmen Wochenteiler wünscht dir
    Irmi

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  3. Nicht schlecht! So könnt ihr in der Stadt leben und trotzdem einige Annehmlichkeiten des Landlebens geniessen.
    Die Sommersehnsucht nach dem Land lässt sich so besser verschmerzen und im Winter ist die Sache eh klar. :-)
    Der Einkauf vom Wochenmarkt lässt mir jedenfalls das Wasser im Munde zusammenfliessen: So lecker sieht das aus!

    Dir eine gute Woche und liebe Grüsse,
    Brigitte

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  4. Hallo Nula,
    ich liebe dieses Frühstück. Lass es Dir schmecken!
    Liebe Grüße von Ingrid

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  5. Fein, wenn man am passenden Fleckchen sein Heim hat. Perfekt ist es nie, aber gut solls sein.

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  6. Fast 2 Jahre wohnen wir nun in der Stadt. Im Haus bin ich angekommen, in der Stadt nicht
    Ich hab sooo Sehnsucht nach dem Land ....
    Aber so wie Du es schreibst liest sich das gut. Es ist schön, dass Du die feinen Seiten gefunden hast
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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  7. Eine sehenswerte Frühstückstafel mit ganz viel Gesundem und so verwundert es mich auch nicht, dass alle gut zugelangt haben. Aber so soll es ja auch sein und dafür macht man sich auch die "Mühe".

    egbert

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